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Johannes Hoffrohne lässt sich durch Träume inspirieren

Aus der Serie “Kunst und Intuition” der Zeitschrift Visionen

 

Adler3Auf einem abgelegenen Bauernhof in Niederbayern wohnt der Künstler Johannes Hoffrohne. Überall, auf dem Hof, im Gebäude, erfreuen seine Skulpturen, Gemälde und Fotos das Auge. Seine Kunst, so erklärt er, wurde durch seine Träume inspiriert.

Diese zeigt er über seine Kunst. Das ungewöhnliche an seiner Arbeit: er gibt dem Traum die Macht, neue Weltbilder entstehen zu lassen. Die wir Menschen dringend nötig haben, merkt Hoffrohne an.

Christine Höfig interviewte den träumenden Künstler.

 

Wie hängen Kunst und der Traum zusammen?

Der Traum ist die perfekteste Kunst, die wir Menschen uns vorstellen können. Wer sich mit dem Traum und dem Erlernen seiner persönlichen, ureigenen Traumsprache befasst hat, wird über diese Erfahrungen selbst zum Künstler werden, egal in welchem Metier er in der Gesellschaft tätig ist. Egal ob, der Traum Informationen über einen Geschäftspartner oder über Zwischenmenschliches preisgibt, oder dem Künstler weiterhilft, wenn er, wie bei mir geschehen, bei einer angefangenen Skulptur den Faden verloren hat. Der Traum kann also im Alltag hilfreich sein, genauso hilft er mit einem Traumbild dem Künstler.

Nur ein Beispiel: Als ich bei meinem blauen Baum nicht weiterwusste – ein blauer Baum war mir zu

Testosteron aus Eisen

Testosteron aus Eisen

nichtssagend – schaute ich in der folgenden Nacht im Traum aus meinem Schlafzimmerfenster und sah meinen Baum in Nachbars Garten stehen. Mein Traum hatte ihn ergänzt mit einem Urvogel. Dieses Bild hatte ich am nächsten Tag perfekt in Erinnerung und konnte meinen Traum nachbilden. 

 

Kann Kunst die Gesellschaft verändern?

Ein Künstler wird die Welt der fast 7 Milliarden Menschen nicht verändern können. Was hat Christo durch seine Reichstagsverhüllung an Bewusstseinsveränderungen gebracht? Die Veränderung in der Welt war wohl eher die, dass viel Geld in seine Taschen geflossen ist.

Leider sind viele Künstler heutzutage eher Geschäftsleute, die das Geld-Macht-Spiel mitspielen, das System unterstützen, anstatt es zu unterwandern. Kunst alleine wird ähnlich einer führungslosen Nussschale auf einem Ozean unser menschliches Dasein nur in Nuancen verändern können. Sobald ein Künstler sich von seinen Träumen und von seiner Intuition leiten lässt, wird aus der Nussschale ein Schiff mit Steuerrad werden.  

Unsere Geld-Macht-Gesellschaft wird sich nur verändern, wenn der sogenannte Traum, Millionär oder Milliardär zu werden, als destruktiv für die Natur und unser zwischenmenschliches Zusammenleben erkannt wird. Ein wirklich inspirierter Künstler konstruiert nicht nur einen Mehrwert, er konstruiert neue Wege, die noch nie gegangen wurden. Auf bekannten Pfaden wird man nichts Neues finden.

Ein Wissenschaftler spricht nur den Verstand an, ein Geldscheffel-Künstler die Gier, doch ein Künstler, der mit seinen Träumen zusammenarbeitet, spricht die Gefühle des Menschen an. Er wird damit auch keine 7 Milliarden Menschen beeinflussen können, aber er kann bei Einzelpersonen eine Bewusstseinsveränderung bewirken. Ich versuche, einzelne Menschen mit meiner Kunst anzusprechen. Gleichzeitig spreche ich damit auch die Macht der Träume an, die mit meiner Kunst untrennbar verbunden ist.

 

Sie schreiben in Ihrem Buch über die Brisanz von Träumen. Was macht den Traum so wichtig für den Menschen?

Zunächst einmal, Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man ohne den Traum nicht leben kann.

Nichts ist wie es scheint

Nichts ist wie es scheint

Einige Testpersonen wurden am Träumen gehindert – der Versuch musste abgebrochen werden, weil er sonst zum Tod der Teilnehmer geführt hätte.

Aber nicht nur das, Träume enthalten oft wichtige Informationen, Ratschläge für das tägliche Leben. Wenn wir lernen, wieder mehr auf unsere Träume zu hören, dann können wir viele unserer Probleme konform mit dem großen Ganzen lösen.

 

Aber Träume sind oft so unverständlich und verwirrend. Wie können wir sie nutzen? 

Der Traum ist letztendlich eine eigene Sprache, meistens über Metaphern und Symbole. Da aber jeder Mensch seine ureigene Traumsprache spricht, kann er Information auch nur selbst erkennen, obwohl viele Begriffe bei vielen Menschen das Selbe bedeuten. Ein Traum mit Wasser hat oft mit Lebensintensität zu tun, z.B. stilles Wasser für ruhiges Leben. Ein reißender Fluss für Hektik, zu wenig Wasser in Felsen gepresst, wird wohl nichts Ruhiges für den Träumer bedeuten. Aber, wie gesagt, nie kann ein Mensch die Träume Anderer lesen. Das ist schon beim Orakel von Delphi fehlgeschlagen, weil dort manipuliert wurde.

 

Was halten Sie von Traumdeutungsbüchern, in denen die Symbole erklärt werden?

Gar nichts! Jeder Mensch hat seine eigene Traumsprache, deswegen bedeuten die Symbole auch für jeden etwas anderes! Nehmen wir zum Beispiel das Traumsymbol Hund. Für einen Hundefreund wird es eine andere Bedeutung haben als für jemanden, der Angst vor Hunden hat. Geradezu gefährlich werden solche Traumdeutungsbücher, wenn zum Beispiel behauptet wird: „Wenn Sie von einem schwarzen Hund träumen, bedeutet das Untreue“. Dann fängt der Träumende mit Verdächtigungen an, obwohl der Traum ihm vielleicht etwas ganz anderes sagen wollte.

 

Wie können wir dann unsere Traumsprache lernen?

Zunächst einmal, indem Sie sich Notizen über Ihre Träume machen, und dann abgleichen, was ist in dieser Zeitspanne in meinem Leben passiert. Sie können auch vor dem Einschlafen Ihren Träumen eine Frage stellen. Oftmals werden Sie eine Antwort erhalten. Aber seien Sie nicht frustriert, wenn es anfangs nicht immer klappt! Es ist wie beim Erlernen einer Fremdsprache: zuerst fehlt Ihnen das Vokabular, deswegen verstehen Sie nur wenig. Doch mit der Zeit werden Sie immer mehr verstehen.

Hilfreich können auch Kurse in der Traumsprache sein. Vielleicht hilft es auch, mein Buch zu lesen. (lacht)

 

Haben Ihnen Träume geholfen, Entscheidungen zu treffen?

Gerade wenn ich nicht wusste, wie ich mich entscheiden soll, habe ich Hilfe bei meinen Träumen

Schützendes Licht

Schützendes Licht

gesucht und gefunden. Oft wurde ich auf schwierige Lebenssituationen vorbereitet. Auch wurde mir der Sinn einer kommenden oder einer verflossenen Lebenssituation erklärt.

Eine Mitarbeiterin von mir bekommt oftmals unglaublich detailierte Informationen über den Traum geschickt, die ihr immer wieder in ihrem Leben weitergeholfen haben. Dabei hat sie vor einigen Jahren den Traum noch für Kokolores gehalten!

 

Sie behaupten in Ihren Texten, auch der Tod sei im Traum vorhersagbar?

Ich kann natürlich wiederum nur von mir sprechen, von meinen Träumen. Da wurde ich tatsächlich schon vor Unfällen gewarnt. Auch den Tod einer sehr nahen Familienangehörigen erlebte ich im Traum begreifbar. Ich konnte sogar einen Todestag vorhersagen. Ich habe Zeugen dafür! Warum ich damals sogar den Todestag übermittelt bekommen habe, ist mir in der ganzen Bandbreite dieser Nachricht noch nicht klar. Ich habe für diesen Tag ein Alibi (lacht). Ich dachte zu diesem Zeitpunkt, wie wahrscheinlich viele Menschen, mit Schrecken daran, vom Tod zu träumen. Also sollte mir der Tod über diese Infos wohl als positiv nahe gebracht werden.

Genau für solche Situationen ist dieser zeitlose und deshalb auch mit der Zukunft verwobene Infopool Traum so genial. Ihr eigener Traum wird Ihnen nämlich immer nur das übermitteln, was Sie auch im wachen Leben, im hier und jetzt, verarbeiten können. Der Traum, die Traumsprache ist für jeden der fast 7 Mrd. Menschen genauestens zugeschnitten. Kein Kartenlegen, kein Horoskop, kein Hypnotiseur wird jemals so auf ein einzelnes Individuum eingehen können.

 

Das würde ja bedeuten, dass Menschen, die mit dem Traum leben, die Manipulation von Staat und Mitmenschen und auch der Natur einschränken können?

Meine Erfahrungen mit der Trauminformation haben gezeigt, dass Manipulation, oder milder ausgedrückt eine Lenkung der menschlichen Lebenswege, die uns die Kulturen zur Verfügung stellen,

Massenhysterie

Massenhysterie

begreifbarer gemacht wird. Menschen, die sehr arm an weltlichen Gütern sind, werden ihre Situation besser verstehen, ja sogar einen Sinn darin erkennen können, wenn ihr Traum-Ich ihnen das vermittelt. Das Selbe gilt für sehr reiche Menschen, reich an Gütern. Stellen Sie sich das vor, da wirft sich ein Milliardär vor den Zug, weil er nur noch Millionen hat. Die Popstars Elvis oder Monroe, oder auch eine Frau Altbundeskanzler Kohl wären von ihren Suizidtaten abgehalten worden, wenn sie Infos von ihrem Traum-Ich hätten bekommen können, sage ich jetzt mal.

Auch die vorher angesprochene Natur mit ihren sog. Katastrophen wird beherrschbar durch eine Trauminfo. Verlasse diesen Strand, könnte die Traumnachricht sein, eingepackt in eine Metapher oder in Ausnahmen auch als Originalinfo. Bei mir zum Beispiel werden kritische Infos im Traum wiederholt. Ich bekomme also zweimal denselben Film vorgeführt. Passiert das, dann weiß ich inzwischen, jetzt ist Gefahr in Verzug.

 

„Träume sind Schäume“, sagt hierzulande ein Sprichwort.

Ja, leider wird der Traum in unserer Gesellschaft stiefmütterlich behandelt. Bei den Aboriginies in Australien gehören Trauminfos zum täglichen Leben. Sie waren sozusagen Voraussetzung für deren Überleben. Beim Totenkult des wohl letzten Naturvolkes Afrikas im Nordwesten Namibias, den Himbas, bestimmen die Tagträume, an welche überlebenswichtigen Wasserstellen gewandert werden muss, um mit der Herde Ziegen zu überleben. Diesen Kulturkreis habe ich übrigens schon mehrfach besucht. Leider bedeutet aber eine Kulturvermischung mit kopfgesteuerten Menschen fast immer das Aussterben von Naturvölkern. Wie lange diese Himbas ihren sogenannten Totenkult noch leben können, ist fraglich. Eigentlich müssten sie von uns, den sogenannten Zivilisierten, abgeschottet und beschützt werden.

Übrigens, historisch betrachtet, wurde in früheren Zeiten der Traum auch bei uns als sehr wichtig angesehen. In der Bibel erhalten oft Propheten Informationen durch ihre Träume, oder auch Joseph wurde im Schlaf gesagt, er solle mit Frau und Kind nach Ägypten fliehen.

Man kann annehmen, dass bei den Kelten und Germanen der Traum ebenfalls noch als Informationsquelle angesehen wurde, wie bei den Naturvölkern auch. Erst im Zeitalter der Industrialisierung verlor der Traum an Bedeutung.

 

Sie meinen, der Traum sollte seine alte Bedeutung zurückerlangen? Johann

Unbedingt! Das würde jedem Einzelnen weiterhelfen, und damit auch dem Gesamten, denn alles ist mit allem verbunden.

 

Könnte der Traum die Welt verändern?

Wir Menschen kommen aus der Traumwelt. Ohne Traumwelt können wir nicht überleben, sonst sterben wir. Das habe ich am Anfang unseres Interviews schon erwähnt. Also ist die Traumwelt letztendlich unser einziger Lehrmeister. Die Trauminfo berücksichtigt nicht nur das einzelne Individuum, sie hat auch das Ganze in ihr Blickfeld eingeschlossen, also auch die Zukunft. Mit meiner Kunst+Texte-Sammlung „Mythos Wunsch-Kraft“ gehe ich sogar weiter und behaupte, die Welt ist nur mit Hilfe der Traumwelt langfristig für uns benutzbar.

  

Christine Höfig, Jahrgang 1977, ist freie Journalistin und Redakteurin in Niederbayern. Sie schreibt unter anderen regelmässig für die connection Spirit und die Miroque und ist leitende Redakteurin der connection Schamanismus. www.christine-hoefig.de

 

Erschienen in der April-Ausgabe 2011 der Zeitschrift Visionen

 

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