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Der Traum, ein geistiger Superman

 

In seiner Kunst+Texte-Sammlung behauptet Johannes Hoffrohne, Menschen seien Götter in der Entwicklung

 

Ein Navigator ist hilfreich beim Finden seines kleinen, aber feinen Gutshofes. „In diesem niederbayerischen Versteck lebe ich autark mit See, Wald und Wiesen.“ Besonders stolz zeigte mir Johannes Hoffrohne seine Mini-Insel im quellgespeisten Badesee. Im jahrhundertealten, denkmalgeschützten Haus laufen die Fäden seiner Traumkunst, wie er sie nennt, zusammen.

 

Interview: Christine Höfig

 

Herr Hoffrohne, in Ihrer Kunst+Texte-Sammlung behaupten Sie, wir produzieren über unsere Gefühle für unsere Schöpfer die Energie.

Ja, nur so ist die Welt, nimmt man das Wissen unserer Forscher und spirituelle Erfahrungen als Grundlage, zu erklären. Anmerken möchte ich, wir müssen jede Nacht träumen, lassen uns dadurch zumindest teilweise über Träume lenken. In meiner Kunst+Texte-Sammlung zitiere ich den Traum als den Schöpfer der Menschen. Der Rückschluss: wir sind unsere eigenen Schöpfer und profitieren dadurch ebenfalls von unserer Energieproduktion.

 

Sie meinen so etwas Ähnliches wie Alles ist in Allem vorhanden?

Genau das meine ich. Menschen mit spirituellen Wurzeln haben das intus.

 

Wo siedelt Gott in Ihrem Weltbild?

Den Gott der Menschen, wie ich ihn nenne, gibt es so nicht. Unsere menschlichen Gedankenwelten können Gott nicht begreifen. Unser Horizont ist dafür zu klein. In meiner Kunst+Texte-Sammlung ersetze ich das Wort Gott mit „Absolute Information“ oder Alles was ist.

 

Schmerz und Leid, jede Religion kommt da in Erklärungsnotstand. Was sagt dazu Ihre „Absolute Information“?

Die üblichen Religionen verweisen auf das Leben nach dem Tod. Da wird’s dann gut, sagen sie, aber nur wenn man ihre Gebote einhält. Die Religionen manipulieren damit, versuchen den Glauben an Gebote in Wissen zu verwandeln.

 

Was meinen Sie müsste da geändert werdem?

Zurück zu Schmerz und Leid. Der edle, allwissende, allmächtige Menschengott, warum lässt er das zu? Will er uns strafen, oder vertreibt er sich nur seine Langeweile mit uns Menschen? Oder ist er einfach nicht allmächtig? Die Welt ist nicht mit einem Gott zu erklären. Die Menschen, die Welt, der Urknall bekommen einen Sinn über Bewegung zur Weiterentwicklung. Ein Auto bewegt sich an einen Ort und bekommt dort einen Katalysator eingebaut, weil vorher jemand den Gedanken hatte. Ein Denkvorgang hat automatisch weitere zur Folge. Das ist das Perpetuum Mobile. Wir Menschen schaffen über unser Bewusstsein Energien, ich nenne das Gefühle, die der Absoluten Information, gerne nenne ich diese auch Gott, die Möglichkeit geben, sich zu zeigen. Wir brauchen Gott, Gott braucht uns.

 

Meinen Sie, wir Menschen sind selbst verantwortlich für Schmerz und Leid?

Genau, Sie sagen es. Unser Gehirn ist das Problem. Genauer gesagt, die eingefahrenen Bahnen in unseren Synapsenverschaltungen. Noch genauer gesagt, diese 40.000 Jahre alten, eingefahrenen Bahnen sind oft Einbahnstraßen, die letztendlich in einen, trotz oder gerade auch wegen der technischen Revolutionen, permanenten Kreisverkehr münden. Wie soll man Belastendes vergessen oder neue Lösungen finden, wenn man sich permanent im Kreis des Nichtwissens dreht?

 

Sie meinen einen Teufelskreis in unseren Gehirnen?

Wissen Sie, wenn wir schon vom Teufel reden, eine großangelegte Studie der Psychiater Rick Doblin und Jack Davies hat gezeigt, bei Patienten mit Muskelzuckungen, Krämpfen, Atemproblemen usw., hat das Arzneimittel Delysit, nichts anderes als LSD, hervorragend geholfen. In Amerika wurde daraufhin das Mittel in der Psychotherapie verwendet. Hirnforscher gehen davon aus, dass alteingesessene Synapsenverbindungen, wie ich sie oben angesprochen habe, von den Suchtmitteln zugeschüttet werden, und das Gehirn damit zwingen, neue Verbindungsleitungen zu legen.

 

Hallo, Herr Hoffrohne, wir sollen jetzt also alle LSD konsumieren?

Aber bitte, auf keinen Fall! Da wäre meine Arbeit umsonst gewesen. Jede Information hilft auf natürlichem Wege, neu zu denken, neue Synapsenschaltungen zu bilden. Wenn Sie eine neue englische Vokabel lernen, erschafft das sozusagen eine neue Synapse. Unser Gehirn benötigt Hilfe von außerhalb, von einem mehrwissenden, übergeordneten Gehirn. Wie soll sich ein LSD betäubtes Gehirn sinnvoll innovativ sich selbst verändern können, das geht nicht.

 

Was wollen Sie damit sagen?

Ein Mensch, ich sage mal mit glücklichen Synapsenbahnen, hadert nicht mit seinem Schicksal. Er hat Freude am Leben, sieht aber Schmerz und Leid bei seinen Mitmenschen. Ich gehe noch weiter: er kann seine Lebensfreude nur erkennen, ausleben, weil er bei anderen Schmerz und Leid sieht.

 

Die Menschen mit Schmerz und Leid haben Pech gehabt?

 
Eigentlich schon. Sie haben das Pech, dass sie nicht genügend informiert sind.

 

Schmerz und Leid, lassen Sie mich das noch ausdehnen auf Mittellosigkeit, kann durch Information vermieden werden. Welche Information?

Vermieden werden kann nicht, die Welt ist kein Paradies und wird keines werden. Die Welt ist zum Gebrauch bestimmt. Schmerz und Leid, Mittellosigkeit wie Sie sagen, kann aber umgewandelt werden. Diese Umwandlung wird ermöglicht durch neue synaptische Verbindungen und meine Kunst+Texte-Sammlung (ein breites, wissendes Grinsen erscheint auf seinem Gesicht).

 

Schön, schön, aber wollen Sie mir nicht mehr dazu sagen?

OK, Schmerz und Leid sind eingrenzbar, dezimierbar wenn behandelt, daran gearbeitet wird. Das ist jedem klar. Behandeln kann man mit Medikamenten, sozusagen mit stofflichen Mitteln. Behandeln kann man aber meiner Meinung nach viel effizienter mit den Träumen. Neue, von Träumen geschaffene Synapsenbahnen in den Primatengehirnen haben das Bewusstsein erschaffen, also uns Menschen. Ich kann jedem nur das Buch „Philosophie des Traumes“ von Prof. Christoph Türcke empfehlen. Neue Bahnen ermöglichen also auch die Umwandlung von Schmerz und Leid oder Mittellosigkeit in andere Zustände.

 

Sie sagen, der Traum ist sozusagen auch ein Medikament für körperliche Leiden?

Der Geist formt den Körper, das ist doch heute schon fast unbestritten. Der Traum formt unseren Denkapparat, unseren Geist, unsere synaptischen Bahnen. Der Computer Gehirn benötigt eine Software. Wir Menschen sind bisher die einzige bekannte Spezies, die ihre Software selber schreiben kann. Ein schlauer Satz dazu, nicht von mir, von Gehirnforschern: Menschen sind aus einem Stoff, der sich selbst überlisten kann.


Sie wollen die Welt verbessern, Herr Hoffrohne?

Ich nicht, Frau Höfig, das haben schon ganz Andere versucht. Ich bin zu sehr Realist, dazu noch ein absoluter Autodidakt. Meiner Meinung nach hat das gesamte Schulwissen eine verblödete Menschheit gebracht. Psychopathen wohin man sieht, das wundert mich nicht. Wo dürfen Menschen heute noch Erfahrungen mit intakter Natur machen, aus der wir letztendlich alle kommen? Da müssen Sie schon eine Safari ins Okawango-Delta unternehmen. Die Welt ist in einer Geiselhaft der Industrie. Die Politiker, Religionen, letztendlich jeder Öffentlichkeitsarbeiter wird irgendwie als Vasalle benutzt. Von der Herde Verbraucher will ich gar nicht reden.

 

Das klingt depressiv, so als hätten Sie schon aufgegeben. Warum geben Sie das Interview überhaupt?

Meine Träume sind die treibenden Kräfte. Meine Träume sagen mir: „mach das jetzt so und das musst du so sehen“. Ich bin in der Geiselhaft meiner Träume. Sicher ist, kein Mensch wird mit dem bisherigen Wissen den Kurs der Erde verändern, es bedarf einer bestimmten Masse von Menschen, die ihre Traumsprache beherrschen. Diese Traumerfahrungen werden über das Mehrwissen, über Trauminfos, die auch über die wahrscheinliche Zukunft kommen, die Erde von ihrem Kollisionskurs mit der Ökologie abbringen.

 

Sie meinen also, Ihre Kunst+Texte-Sammlung kann da hilfreich sein?

Wer, wenn nicht ein Künstler, der die Welt in Symbolen sieht, der Gefühle nur beobachtet, um sie in Materie zu manifestieren, wer sonst soll neue Wege finden? Trauminformation und Wissen aus der Wissenschaft gehören allerdings zusammen wie der Ball zum Fußballspiel.

 

Mich irritiert Ihr Ausspruch „die Welt ist zum Gebrauch bestimmt“. Ist das nicht die Haltung, die uns den ganzen Schlamassel mit Umweltzerstörung, Klimawandel usw. eingebrockt hat?

Menschen gebrauchen die Welt jetzt schon 40.000 Jahre. Erst die letzten mickrigen 100 oder 200 Jahre haben die Entwicklung gebracht, vor deren Problemen wir heute stehen. Fast 6.8 Milliarden Menschen sind gezwungen, nach den Gesetzen des Verbrauchens, also des Kapitalismus, zu leben. Bitte sehen Sie den absoluten Unterschied zwischen Welt gebrauchen und Welt verbrauchen. Ich will jetzt nicht mit sofort anstehenden Veränderungen schlau reden. Ich sehe meine Kunst+Texte-Sammlung als Wissensgrundlage für diese Veränderungen. Den Traum gebrauchen und ihn benutzen, denn er ist unverbrauchbar, ist meine Devise.

 

 

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